Rebenhof Leiner

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Timo Leiner besuchte die Weingilde
(Mai 2009)

Erst im Frühjahr 2008 hat Timo Leiner die Leitung des elterlichen Weinguts in Ilbesheim bei Landau übernommen, und seither arbeitet er gemeinsam mit seinen Eltern daran, das bisher schwerpunktmäßig im Fassweinbereich tätige Weingut zu einem zu machen, das für seine Flaschenweine gerühmt wird. Anregungen dazu bot ihm nicht nur sein Studium in Geisenheim, sondern er fand sie auch bei diversen Praktika, unter anderem bei Peter Keller in Flörsheim-Dalsheim bei Alzey. Am 5. Mai stellte er sich dem Urteil der Mitglieder und Gäste der Weinheimer Weingilde, wobei er vor allem Weine des Jahrgangs 2007 dabei hatte.

Den Abend eröffnete ein Weißburgunder-Winzersekt, der allen sehr gut mundete. Beim ersten Wein, einem Chardonnay, erklärte er die Kombination aus Schmelz im Abgang und Frische mit der Verbindung der „Sur-Lie-Technik“, bei der der Wein lange auf der Feinhefe bleibt, was zum Schmelz führt, mit dem säurebetonten Ausbau, wie er typisch für deutsche Chardonnays sei. Beim folgenden Grauburgunder hatte er die Trauben halbiert, um die Gefahr der Schimmelbildung zu reduzieren – eine Arbeit, die mühsam ist, aber viel zur Qualitätssteigerung beiträgt. Anschließend kam ein Riesling auf den Tisch, der als einziger eine Einzellagenbezeichung trug; er stammte von der kleinen Kalmit, einer kleinen, feinen Lage, und erwies sich als sehr schöner Wein. Timo Leiner erzählte mit Bedauern, dass zum Zeitpunkt der Weingesetznovellierung in den 1970er Jahren in Ilbesheim kein Interesse am Erhalt alter Lagenbezeichnungen bestand, weshalb es ihm heute nahezu unmöglich ist, seine Weine als Lagenweine zu vermarkten.

Der nächste Wein leitete über in den Rotweinbereich: ein trockener Spätburgunder Weißherbst, der wie alle Weine gerade unter dem Preis-Leistungs-Aspekt überzeugte. Timo Leiner gab ganz offen zu, dass seine derzeitigen Flaschenpreise noch nicht den Aufwand widerspiegeln, den er betreibt, aber er meinte, erst müsse man sich mit Qualität einen Namen machen, bevor man über eine moderate Anpassung der Preise nachdenken könne. Nun kam eine große Überraschung für die Gäste: ein nicht auf der Weinliste des Abends aufgeführter Weißherbst zur Blindverkostung. Es handelte sich um einen Cabernet Sauvignon von 2008, der trotz Lese am 3. November nur 88°Oechsle hatte – ihm fehlte einfach Sonne, denn er braucht etwa 250 Stunden mehr Sonne als ein Riesling. Da die Trauben aber vollreif waren, ließ sich ein sehr reizvoller Weißherbst daraus erzeugen.

Mit zwei trockenen Barrique-Weinen klang der Abend aus. Sowohl beim Spätburgunder von 2006 als auch beim Cabernet Sauvignon von 2005 waren die Holznoten bereits schön eingebunden. Fazit des Abends: Timo Leiner hat alle Anlagen, um bei den deutschen Winzern vorne mitzuspielen, und wohl mancher Besucher des Abends nahm sich fest vor, dem Rebenhof Leiner in der schönen Südpfalz mal einen Besuch abzustatten.