Februar

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Der Riesling, eine der besten und wichtigsten Weißweintrauben
(Februar 2008)

Nach 21 Jahren der Abstinenz bei der Weingilde hat das Weingut Dr. Bürklin-Wolf aus Wachenheim in der Pfalz seine Weine im vollbesetzten Kerwehaus präsentiert und damit den Reigen der drei traditionsreichen Weingüter der Pfalz mit dem „großen B“ beschlossen. Es ist das größte deutsche Weingut in Privatbesitz mit ca. 110 ha Weinbergslagen, auf denen überwiegend Weißweinsorten, insbesondere Rieslingtrauben, wachsen. Bürklin-Wolf setzt sehr stark auf das Terroir, führt eine eigene Lagenklassifizierung nach dem Vorbild des Burgund durch und ist Mitglied im Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter. Gegründet wurde das Weingut im Jahr 1597 von Bernhard Bürklin. Herausragende Bedeutung gewann es etwa 1875, als Dr. Albert Bürklin (unter anderem Reichstagsabgeordneter und Vizepräsident des Reichstages) die Wachenheimerin Luise Wolf heiratete und das Weingut seinen heutigen Namen erhielt. Der gleichnamige Großneffe führte einen Großteil des 20. Jahrhunderts den Betrieb fort und engagierte sich maßgeblich im Pfälzer Bauern- und Winzerverband. Seit 1990 liegt die Verantwortung für das Weingut in den Händen von Bettina Bürklin-von Guradze. Neben Rieslingweinen werden in geringerem Ausmaß auch weiße und rote Burgunderweine und Dornfelder erzeugt. Das Weingut verfügt mit den Lagen Altenburg, Gerümpel, Goldbächel, Kirchenstück, Jesuitengarten, Ungeheuer, Pechstein, Hohenmorgen, Gaisböhl und Kalkofen über eine Reihe von Spitzenlagen in Wachenheim, Forst, Deidesheim und Ruppertsberg und hat als Zeichen der Rückbesinnung auf die Natur 2005 die gesamte Anbaufläche auf biodynamischen Weinbau umgestellt. Sein Ziel ist es, den Ausbau der Rieslinge so zu steuern, dass sie das individuelle Terroir widerspiegeln und über ein gutes Alterungspotenzial verfügen.

Vor diesem Hintergrund ging es dann zur Sache. Gerade abgefüllt, stand ein Riesling aus Wachenheim (Ortswein) im Glas. Frisch und saftig zeigte er schon das Potenzial des für Winzer wie Weintrinker erfreulichen Jahrgangs 2007. Dem folgte ein vollmundiger 2006er Estate Riesling (Gutswein) feinherb. Der 2006er Wachenheimer Altenburg Edition P.C. (Premier Cru) erwies sich als saftig und fruchtig mit Zitrus- und Apfelaromen. Sein Pendant von 2005 war ein gereifter, vielschichtiger und gut strukturierter Wein mit schöner Nachhaltigkeit und noch erstaunlicher Frische. Das enorme Reifungspotenzial eines guten Rieslings der Edition P.C. ließ sich an der 1999er trockenen Spätlese von der Lage Ruppertsberger Hoheburg erkennen. Eine weitere Steigerung der Geschmacksfülle brachte der 2005er Riesling trocken von der Lage Pechstein aus Forst, ein Wein der Edition G.C. (Grand Cru), der die besonderen Lageneigenschaften (mineralisch, elegant) des Basaltterroirs widerspiegelte. Erst in einigen Jahren wird er seine volle Entwicklung zeigen. Den würdigen Abschluss der Probe bildete eine 2002er Ruppertsberger Gaisböhl Riesling Auslese – sehr prägnant und mit bestechendem Süße-Säure-Verhältnis. Fazit der Probe: der Riesling begeistert durch vielfältige und fruchtige Aromen und eine sehr gute Lagerfähigkeit. Nicht umsonst genießt er hohes Ansehen auf den internationalen Märkten. Hoffen wir, dass deutsche Rieslinglagen nicht durch den Klimawandel bedingt in einigen Jahrzehnten mit anderen Rebsorten bestockt werden müssen.